Bell AH1 "Cobra"
Bell AH1 "Cobra"

Daten und Fakten :

Technische Daten des Modells AH-1W

Doppel-Turbinen T-700-GE-401 (General Electric) mit je 1.690 PS mit einem Getriebe verbunden

Höchstgeschwindigkeit: 281 km/h

Dienstgipfelhöhe: 4`720 m

Reichweite: ca. 590 km

Leergewicht: 3.294 kg

max. Startgewicht: 4.535 kg

Länge über alles: 16,26 m

Höhe über alles: 4,17 m

Breite incl. Waffenpylonen: 3,30 m

Rotordurchmesser: 13,41 m

mögliche Bewaffnung:

1 x GTK4A MK-Turm (UTS „universal turret“ mit einer dreiläufigen M197-Revolverkanone im Kaliber 20mm-Revolver mit 700 Schuss im Munitionsbehälter

4 x LAU-61 Hydra-Raketenwerfer

4 x LAU-69 Hydra-Raketenwerfer

4 x LAU-68 Hydra-Raketenwerfer

2 x GPU-2 Revolverkanone-Behälter

2 x CBU-55 FAE Aerosolbombe

2 x M118 Rauchgranatwerfer: Der für die U. S. Army als XM118 entwickelte Werfer war konzipiert, zwölf Rauchgranaten im freien Fall abzuwerfen. Der Werfer war vorwiegend an den Aufhängungen der Stummelfügel der Bell AH-1G "HueyCobra" montiert worden. Zudem konnte der Granatwerfer an die Unterseite des XM-157B Raketenwerfers festgezurrt werden.

8 x BGM-71 TOW-Panzerabwehrlenkwaffe (je ein vierfach-Werfer an den äußeren Aufhängepunkten)

8 x AGM-114 Hellfire Panzerabwehrlenkwaffe (je ein vierfach-Werfer an den äußeren Aufhängepunkten)

2 x 100 Galonen-Treibstoffzusatztank

2 x AGM-122 Sidearm Antiradar-Flugkörper (je ein Werfer an den äußeren Aufhängepunkten)

2 x AIM-9 Sidewinder Luftkampf-Lenkwaffe (je ein Werfer an den äußeren Aufhängepunkten)

Beschreibung:

Der AH-1 (Super-)Cobra ist ein leichter Kampfhubschrauber (engl. attack helicopter, AH) der US-amerikanischen Firma Bell Helicopters. Bei seiner Auslieferung Mitte der 1960er Jahre war er der erste reine Kampfhubschrauber der Welt.

Geschichte

Im Vietnamkrieg zeigte sich erstmals der Bedarf nach leichten Kampfhubschraubern. Hubschrauber wurden im großen Stil zur Beförderung von Truppen und Ausrüstung benutzt, konnten jedoch nicht für ihren Selbstschutz sorgen, da man bestenfalls türmontierte Maschinengewehre hatte. Begleitschutz der Air Force konnte nur ein Notbehelf sein, da die Düsenjäger nie wirklich nahe bei den Hubschraubern bleiben konnten.Bell Helicopters hatte bereits ab den 1950er Jahren mit Kampfhubschraubern auf Basis des Bell 47 experimentiert, und ließ am 7. September 1965 den Prototypen des Bell 209 Huey Cobra zum Erstflug aufsteigen. Der Name verrät schon, dass Bell soweit wie möglich auf Komponenten ihres gerade aktuellen Transporthubschrauber-Modells UH-1 Iroquois zurückgegriffen hatte, beispielsweise Rotor, Getriebe und Turbinen, um die Kosten niedrig zu halten. Neu war der Rumpf, der sehr schmal ausgeführt wurde. Dies wurde richtungsweisend für alle folgenden Kampfhubschrauber-Typen, die dadurch bei Angriffen dem Feind nur eine sehr kleine Trefferfläche bieten. Der Bordschütze besetzt in der Cobra den vorderen Sitz, der Pilot sitzt etwas erhöht hinten.Da in Vietnam aus o.g. Gründen und der allmählichen Ausweitung des Krieges ein großer Bedarf an Kampfhubschraubern bestand, und das Konkurrenzprogramm Lockheed AH-56 Cheyenne wegen nicht beherrschbarer konzeptioneller Mängel abgebrochen wurde, konnte die Cobra schnell überzeugen und erwies sich bald als unentbehrlich.Mit Auslieferung der neuen AH-64 Apache ersetzte die US Army ab Ende 1980er einen Großteil ihrer AH-1F "Cobra" durch die neuen, größeren AH-64 Apache-Kampfhubschrauber. Lediglich ein Luftkavallerie-Bataillon der Army setzt noch AH-1F Cobras ein, die restlichen befinden sich in Reserve bei der Nationalgarde. Ab Ende 2004 wird es lediglich noch TAH-1S "Surrogate" in der Army für die Ausbildung von Apache-Piloten geben. Die US Marines schwören jedoch bis heute auf die Cobra, da sie in geradezu idealer Weise auf die Bedürfnisse dieser Spezialtruppe zugeschnitten ist (hochbeweglich, klein, leicht, gut transportabel, jedoch im Verhältnis zur Größe hohe Feuerkraft). Da das Marine Corps also nicht auf die wendigen Cobras verzichten wollte, wurde das verbesserte Modell AH-1W Super Cobra beschafft, und die Bestandshubschrauber auf dessen Standard modernisiert.

Die AH-1W "SuperCobra" ist durch ihre leistungsgesteigerten Turbinen agiler als ihr Vorgänger die AH-1T. Sie verfügt zudem über neuere Avionik, sowie die Möglichkeit Luft-Luft-Raketen vom Typ AIM-9 Sidewinder mitzuführen. Dadurch könnte die SuperCobra zu einer Gefahr für feindliche Hubschrauber und Kampfflugzeuge werden. In der Praxis lässt das USMC die AIM-9 Sidewinder weg, da diese sonst die beiden wichtigsten Aufhängepunkte belegt. Die vorhandene Panzerung umfasst lediglich die beiden Pilotensitze und die Rotorblätter, welche Flugabwehrmunition bis zu einem Kaliber von 23 mm widerstehen können. Der restliche Teil des Hubschraubers ist ungepanzert, weswegen seine Überlebensfähigkeit bei Feindbeschuss recht kurz ist. So stürzten bei der Operation Urgent Fury bereits zu Beginn des Angriffes zwei AH-1T nach Beschuss ab. Die drahtgelenkten TOW-Raketen sind durch die modernen lasergelenkten AGM-114 Hellfire ergänzt worden. Da die AGM-114 Hellfire jedoch nur gegen gepanzerte Ziele sinnvoll eingesetzt werden können, bleiben die TOW-Raketen bei Einsätzen in Afghanistan und im Irak die erste Wahl.

Doch damit war das trotz sehr kurzer Entwicklungszeit bemerkenswert erfolgreiche Muster AH-1 noch längst nicht ausgereizt: Das neueste Modell AH-1Z verfügt nun über neue Computertechnik und einen vierblättrigen Hauptrotor, mit dem die Flugleistungen nochmals verbessert werden konnten.

Cobra-Versionen der US Army & Marines

(die Versions-"Nummerierung" war über die Jahre alles andere als stringent und ist deshalb nachfolgend chronologisch geordnet)

AH-1G "HueyCobra" - Erste Produktionsversion für die U.S.-Army, gebaut zwischen 1966 und 1973, eingeteilt in frühe und späte Varianten (Heckrotor auf anderer Seite)

AH-1Q "HueyCobra" - mit TOW bewaffnet und TSU-Zielsysteme, allerdings stark untermotorisiert

AH-1S "HueyCobra" - Modernisierungsprogramm für "Altbau"-AH-1G der Army, neues Abschusssystem für TOW-Raketen, 1980

AH-1P "Cobra" - verbesserte AH-1S mit gradflächigen Kabinenhaubenverglasung und Kaman K747 Vollkomposit-Rotorblätter. Dieser verfügt über spitz zulaufende Rotorenden, auch als AH-1S Step 1 bekannt

AH-1E "Cobra" - verbesserte AH-1P mit Generator, auch als AH-1S Step 2 bekannt

AH-1F "Cobra" - Ausgerüstet mit neuer optischer Zielerfassung, Radar-Warngerät sowie allen früheren Upgrades, gegenwärtiger "Standard-Cobra" der US-Armee

AH-1J "SeaCobra" - erste marinisierte Version für das Marine Corps mit 2 Turbinen und Rotorbremse

AH-1T "SeaCobra" - leistungsgesteigerte USMC-Version mit BGM-71 TOW und TSU, verlängerter Rumpf

AH-1W "SuperCobra" - Aufrüstung alter AH-1T mit leistungsgesteigert mit 2 neuen Turbinen, neue Avionik & Bewaffnung.

AH-1Z "Viper" - Aufrüstung von 180 alten AH-1W "SuperCobra" mit vierblättrigem, gelenk- und lagerlosen Rotor, neuem Zielerfassungssystem mit FLIR, Laserzielbeleuchter und verbesserte Nachtsichtsysteme, Helmvisier, Millimeterwellen-Radar und AGM-114 Hellfire sowie vielen Systeme analog zur Bell UH-1Y "Venom" (Triebwerk, APU, Heckausleger, Heckrotor und Teile der Elektronik).

GAH-1S - Dies ist eine fluguntaugliche AH-1S, welche zur Ausbildung der Besatzungen und Mechaniker am Boden verwendet wurde. Es wurde nur ein einzelner Hubschrauber geliefert.

TAH-1S "Surrogate" - Diese Trainervariante verfügt über einen dearmiertem Turm sowie einen PNVS-Sensor auf der Nase. Er ist auch als Night Stalker oder Surrogate bekannt. Für den hinten sitzenden Piloten können zudem die Kabinenfenster für IFR-Flüge verdunkelt werden. Diese durch Northrop modifizierte AH-1S verfügt über denselben PNVS-Sensor wie die AH-64A Apache. Der Kinnturm wurde gegen einen Pilot Night-Vision Sensor (PNVS) des AH-64 Apache ausgetauscht. Die Maschinen werden zur Ausbildung der AH-64-Piloten genutzt, wobei besonders das Nachtflug- und Nachtlandetraining im Mittelpunkt stehen. Es wurde in den 1980er Jahren insgesamt 15 AH-1S "Cobra"-Hubschrauber bei Northrop umgebaut.

TAH-1F “Cobra” - Diese Trainervariante ist mit Doppelsteuerung wie die TAH-1S ausgerüstet und dient der Umschulung auf die AH-1F. Es wurden zwischen 1979 und 1982 insgesamt 41 AH-1G „HueyCobra“ auf den Stand der TAH-1F umgebaut.

TH-1G “HueyCobra” - Trainervariante mit Doppelsteuerung für Umschulung auf die AH-1G. Es wurde mindestens ein Hubschrauber gebaut.